Absturzeiner P-51 Mustang im Sommer 1945 nördlich von Korbach-Rhena

Wer Starb in dieser Maschine?

Von Dietmar Mühlhans 

 

P-51 Mustang
P-51D Mustang im Formationsflug

 

Im März 1946 fanden Waldarbeiter in einem Waldstück nördlich von Korbach-Rhena, nahe des Waldrandes,einen Langstreckenbegleitjäger des Typs P-51 Mustang. Der Pilot saß tot in seiner Kabine. Nach dem eintreffen des US-Bergungstrupps wurde die Umgebung von den Soldaten sorgfältig abgesucht. Der Leichnam, welcher nur noch von seiner Fliegerkleidung zusammengehalten wurde, wurde von Forstarbeitern unter Aufsichtbamerikanischer Besatzungssoldaten geborgen. Die Maschine wurde anschließend, nach Aussage eines Zeitzeugen, von US-Truppen gesprengt. Die Sprengung erfolgte vermutlich, da die Absturzstelle zur damaligen Zeit nur schwer zugänglich war und eine Bergung zu aufwendig. Der tote Pilot wurde nach bisherigen Wissensstand nach Holland überführt und dort auf einem amerikanischen Soldatenfriedhof beigesetzt. Nach ersten Aussagen von früheren Zeitzeugen soll die Maschine damals englische Hoheitszeichen getragen haben. Diese konnte jedoch durch neue Zeitzeugen und den bisherigen Nachforschungen widerlegt werden. So handelte es sich damals wohl eher um eine Maschine der US-Airforce.Unklar ist warum die MG´s der Maschine zu dieser Zeit mit scharfer Munition voll aufmunitioniert waren. Ebenso ist leider noch immer unbekannt von wo die Maschine gestartet war und zu welcher Einheit sie gehörte.

Die Absturzursache ist leider unbekannt. Allerdings lässt ein Ereignis, welches sich im August/September des Jahres 1945 auf einem Bauernhof in Diemelsee-Deisfeld ereignete, darauf schließen das es sich um einen technischen Defekt an dem Flugzeug handelte.

 

So berichtete uns ein Landwirt aus Deisfeld folgendes:

Etwa 3 bis 4 Monate nach dem Kriegsende fuhren auf dem besagten Bauernhof  5 bis 6 Willy´s Jeeps vor. Ein farbiger Soldat (vermutlich Latino-Amerikaner) stieg aus und fragte die auf dem Hof Anwesenden, ob jemand am Tag zuvor den Absturz eines alliierten Jagdflugzeuges beobachtet habe. Der Soldat soll sehr gut deutsch gesprochen haben. Im Gespräch mit den Bauern kam heraus das es sich bei dem US-Soldaten um einen sehr guten Freund und Kameraden des abgestürzten Piloten handelte. Dieser war am Vortag mit seinem Kameraden ohne Genehmigung des Vorgesetzten aufgestiegen um über dem Raum Korbach/Diemelsee Luftkampfmanöver zu Proben.Wahrscheinlich wurden die beiden Piloten vom Übermut und der Freude getrieben, da sie an dem fraglichen Tag ihre Versetzungspapiere bekommen hatten und in dennächsten Tagen in die Heimat zurückkehren sollten. Doch kam es dann leider, vermutlich durch einen technischen Defekt, zu einem wirklich tragischen Unfall.

Die Soldaten appellierten an den Bauern er solle doch sagen wo ihr Kamerad abgestürzt sei,schließlich würden doch zu Hause Frau und Kinder auf ihn warten.

Der Bauer und seine Familie hatten zwar die beiden Flugzeuge beobachtet und auch gesehen das eines offensichtlich in Schwierigkeiten geraten war, da dieses das Fahrwerk zur Notlandung ausfuhr, aber konnten nicht mehr beobachten wo die Maschine herunterging.

Der US-Soldat war scheinbar sehr erbost darüber das man ihm keine weitere Auskunft geben konnte und warf der Familie vor das sie es nur nicht sagen wolle. Er schimpfte laut und verließ enttäuscht den Hof.

Dieser Soldat sollspäter nach Zeitzeugenaussagen aufgrund der Geschehnisse unehrenhaft aus der Airforce entlassen worden sein.

Das Triebwerk des Flugzeuges wurde Anfang der 1950er Jahre von Rhenaer Bürgern aus dem Wald geborgen und an einen Schrotthändler verkauft. Damals standen diese Rohstoffe durch die Koreakrise wieder hoch im Kurs. Mit dem Erlös wurde dann die Glocke der Dorfkirche finanziert.

 

Allison Triebwerk
Allison Triebwerk einer P-51 Mustang

 

Leistungsfähiger Jäger

Die P-51 Mustang war ein sehr leistungsfähiger einsitziger Langstreckenbegleitjäger, der mit seinem zweistufigen Packard/Merlin-V-1650 Triebwerk mit 1400 und später sogar 1700 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 710 km/h fliegen konnte. Mit einer maximalen Reichweite von 2750 Kilometer (mit abwerfbaren Zusatztanks) war die Maschine die ideale Begleitung für die schweren amerikanischen B-17 und B-24 Bomber, die ihre Einsätze über ganz Deutschland flogen.

Über 50% der abgeschossenen deutschen Flugzeuge während des Zweiten Weltkrieges gingen auf das Konto der Mustang-Piloten. Von 1940 bis 1945 wurden insgesamt 16.575 Maschinen dieses Typs gebaut.

 

P-51 Mustang
P-51Mustang im Fomationsflug über Europa

 

Grabungen nach 59 Jahren

Nachdem die „Arbeitsgemeinschaft-Luftkrieg-Ederbergland“, die sich seit mehreren Jahren mit den im Landkreis Waldeck-Frankenberg bekannt gewordenen Luftkämpfen und Flugzeugabstürzen während des Zweiten Weltkrieges und dem Schicksal der Piloten beschäftigt, von diesem Absturz gehört hatte, wurden umgehend Nachforschungen über dieses Geschehen angestellt.

Nach einer ersten Besichtigung der Absturzstelle im Jahre 2000 wurden am 18. Oktober 2003 im Rahmen einer umfangreichen Suchaktion die letzten Überreste der Maschine durch die Mitglieder der AG geborgen. Vier Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erkundeten mittels Metalldetektoren einen Umkreis von 300 Metern rund um die Absturzstelle. Dabei wurden zahlreiche Teile der Maschine im Boden gefunden und mit Hilfe von Spaten und kleinen Schippen freigelegt. So fanden sich im laufe des Tages immer mehr Überreste des Flugzeuges, welche sich heute im gereinigten und konservierten Zustand im Fundus des Museums für Technik und Geschichte in Miniatur befinden.

 

Korbach-Rhena
Die Absturzstelle mitten im Wald bei Rhena

 

 

Korbach-Rhena
Die Absturzstelle aus einer anderen Perspektive

 

Noch Heute sind die Spuren des Absturzes für das geschulte Auge erkennbar. 

Unter den gefundenen Trümmern befanden sich auch noch zahlreiche 12,7mm Spreng- und Hartkern-Geschosse, die gesichert und dem zuständigen Kampfmittelräumdienst übergeben wurden.

Nach Abschluß der Bergungsarbeiten wurden die entstandenen Löcher wieder mit dem vorhandenen Aushub verfüllt und somit der Boden wieder in seinen natürlichen Zustand versetzt.

 

Wrackteile einer P-51D Mustang
Konservierte Fundstücke der P-51D Mustang

 

Wrackteile einer P-51D Mustang
Konservierte Fundstücke der P-51D Mustang

 

Wrackteile einer P-51D Mustang
Konservierte Fundstücke der P-51D Mustang


Modell einer P- 51D Mustang  

Das Modell Zeigt eine P-51D Mustang im Maßstab 1/48, wie sie während des Zweiten Weltkrieges in Europa eingesetzt war. Ein Flugzeug des gleichen Typs war die  Maschine, welche im Sommer 1945 in der Nähe Von Korbach-Rhena abstürtzte.  

 

P 51D Mustang
P-51D Mustang; Maßstab 1/48

 

P 51
P-51D Mustang; Maßstab 1/48

 

P 51
P-51D Mustang; Maßstab 1/48

 

Das Modell entstand aus dem P-51D Mustang Bausatz der Firma ICM und wurde ohne zusätzliches Zubehör "Out of Box" gebaut.  

 

 

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