Die Marineküstenbatterie Egersund in Norwegen 

Original und Modell 

 Von Dietmar Mühlhans

 

Historik:

Die Batterie 4/503 „Egersund“, südlich von Stapnes, wurde im Juli 1941 schussbereit gemeldet. Die Erstausstattung der Batterie bestand aus je zwei 12cm Armstrong L/44 und 12cm Nordenfeldt L/44 Kanonen in offener Bettung.

Im Sommer 1943 wurde diese gegen vier 12,7cm SK C/34 in Zerstörertürmen ausgetauscht, welche im August 1943 einsatzbereit waren.

 

127mm SK C34
127mm Geschütze an Bord eines dt. Zerstörers

 

Diese sehr modernen Kanonen konnten eine Feuergeschwindigkeit von etwa 10 Schuß/Minute erreichen. Die Munition bestand aus Spreng- und Panzersprenggranaten. In den letzten Wochen des Krieges erhielt die Batterie auch Einsätze für Gasgranaten, die aber weder verwendet, noch einsatzbereit gemacht wurden. Es ist auch bis heute keine andere Küstenbatterie bekannt die ebenfalls Gasgranaten erhalten hat.

Zur Luftabwehr war die Batterie mit vier 2cm Flakgeschützen ausgestattet.

Ein 6m E-Meßgerät stand auf einer Anhöhe hinter den Geschützen.

Weiterhin war die Batterie mit vier 60cm und zwei 150cm Flakscheinwerfer ausgerüstet.

    

Würzburg Riese
Radaranlage vom Typ Würzburg Riese

 

Am 12.November 1944 griff ein englischer Verband, bestehend aus zwei Kreuzern und vier Zerstörern, einen deutschen Geleitzug an. Dieser Geleitzug bestand aus vier Frachtern, einigen Minensuchern und U-Jägern. Dieser Angriff ereignete sich im Feuerbereich der Batterie „Egersund“. Nachdem die Erkennungssignale der Batterie unbeantwortet blieben, eröffneten die vier 12,7cm Geschütze das Feuerauf den englischen Verband. In dem nachfolgenden Gefecht feuerte die Batterie 69 12,7cm Granaten ab, und erhielt selbst einige Nahtreffer von 15cm und 21cm Granaten.

Nur einen Tag nach diesem Gefecht griff die RAF mit 24 Bombern die Batterie „Egersund“ an. Die Batterie schoß bei diesem Angriff 3 Flugzeuge ab. Vier weitere Flugzeuge wurden als wahrscheinliche Abschüsse gemeldet. In der Nacht vom 11. auf den 12. Januar 1945 kam es zu einem erneuten Gefecht mit einem englischen Verband, der einen deutschen Geleitzug angriff. Ein Würzburg-Riese, dessen Stellung sich auf Egeroy befand, meldete diePosition des englischen Verbandes an den Leitstand der Batterie „Egersund“. 

 

Ringbettung für 127mm Geschütz
Eine der Ringbettungen der MKB Egersund heute

 

Dadurch bedingt konnte das Feuer der Batterie sofort deckend auf die englischen Schiffe gelenkt werden. Während dieses Schußwechsels rissen bei einem der 12,7cm Geschütze die Vorholfedern und das Rohr flog nach hinten aus der Lafette.

Der Batterie „Egersund“ wurden bis Kriegsende 5 Flugzeugabschüße und die Beschädigung von mehreren Kreuzern und Zerstörern zugesprochen. An Auszeichnungen erhielt die Besatzung 16 EK II und 130 Marineartillerieabzeichen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die verbliebenen Geschütze der Batterie von den Norwegischen Streitkräften ausgebaut und in anderen Küstenstellungen in Norwegen, zum Zwecke des Küstenschutzes, weiterverwendet. Die Geschütze befanden sich dadurch noch Jahrzehnte nach Kriegsende im aktiven Truppendienst.

 

Technische Daten der 12,7cm S.K. C/34:

Rohrlänge:                              5,43 Meter

Gewicht:                                 3,645 Tonnen
Kadenz:                                  15–18Schuß/Min.
Maximale Reichweite:              17,400 km
Granatengewicht:                     28 kg

Vo:                                         830m/sek.

 

Das Modell im Maßstab 1/35 entsteht:  

Bei dem hier von mir vorgestellten Modell, handelt es sich um einen sogenannten „Scratchbau“. Das heißt, dass alle benötigten Bauteile für dieses Modell selbstangefertigt wurden.

Für den Rohbau des Turmes wurde, ebenso wie bei allen meinen Geschütztürmen, zunächst nach Fotovorlagen und einem Plan für deutsche Schiffsausrüstung während des Zweiten Weltkrieges im Maßstab 1/50, einige Grundmaße auf den Maßstab 1/35 umgerechnet und auf Millimeterpapier übertragen. Das Geschützrohr des Modells entstand aus einer alten Radioantenne. 

Mit den Zeichnungen auf dem Millimeterpapier und einem Tonkarton erstellte ich Schablonen, die ich nutzte um die Formen auf Polystyrolplatten in verschiedener Stärke zu übertragen.

 

127mm SK C34 Modell
Modell-Rohbau des 127mm Geschützes

 

Nach dem Abschluss der Rohbauarbeiten wurde von mir begonnen, Details wie die Verschlußklappen der Richtoptik, usw. in separaten Baugruppen anzufertigen. Hierbei wurden diese immer wieder, mittels Trockenanpassung, auf Ihren späteren Befestigungsort am Turm abgestimmt. Schließlich sollte es nicht beim endgültigen anbringen dieser Bauteile zu unliebsamen Überraschungen kommen. 

 

127mm SK C34 Modell
Modell-Rohbau des 127mm Geschützes

 

Alle benötigten Nieten und Schraubenköpfe für meine Modelle entstanden mittels der sehr guten "Punch and Die" Stanzwerkzeuge, welche im guten Modellbaufachhandel erhältlich sind. 

 

127mm SK C34 Modell im Ringstand
Das Modell im fertigen Betonringstand

 

Ringbettung für 127mm Geschütz
Das Modell im fertigen Betonringstand

  

Nach der Fertigstellung des Turmes wurde zur besseren Präsentation, auf einer extra angefertigten Dioramengrundplatte eine Landschaft modelliert und das Modell in dieser eingebettet.

 

127mm SK C34 Modell im Diorama
12,7cm Geschützturm in der Dioramenplatte

 

127mm SK C34 Modell im Ringstand
12,7cm Geschützturm in der Dioramenplatte

   

127mm SK C34 Modell im Ringstand
12,7cm Geschützturm in der Dioramenplatte

 

Als nächstes wird das ganze noch lackiert und mit einigen Alterungsspuren versehen.

 

Die Bilder des fertigen Modelles werden dann hier zu sehen sein!

 

 

 

910828