Die Marineküstenbatterie Sensenhauser am

Kap Romanov  

Original und Modell 

 Von Dietmar Mühlhans

 

Historik:

Im Winter 1941 begann die Marine mit dem Bau der Batterie 1/517 am Kap Romanov. Bedingt durch den harten Winter und die langen Transportwege für das Baumaterial, konnte der Batteriechef Oberleutnant Sensenhauser die Geschütze erst im September 1942 als Einsatzbereit melden. Zur Ausstattung der Batterie gehörten auch ein15cm Zwillingsturm, sowie eine französische 15,5cm Kanone und leichte Flak. Zur Stromversorgung verfügte die Batterie über einen Schiffsdiesel. Die Batterie gehörte zur Artilleriegruppe Finnland.

Aufgrund der Nähe zu den feindlichen Geschützen auf der Fischerhalbinsel und immer wiederkehrenden Angriffen von Schlachtfliegern standen die Marineartilleristen der Artilleriegruppe Finnland pausenlos im Einsatz. So kam es fast immer beim einlaufen von Schiffen in den Hafen von Petsamo zu schweren Artillerieduellen zwischen den russischen Geschützen auf der Fischerhalbinsel und den deutschen Marinebatterien.

 

Sensenhauser, Marine, Petsamo, Finnland
Lagekarte der MKB Sensenhauser

 

Bei einem Feuerüberfall russischer Artillerie im Mai 1943 wurde der Batteriechef Oberleutnant Sensenhauser so schwer verletzt, das er am Tag darauf seinen Verletzungen erlag.

 

Sensenhauser, Marine, Petsamo, Küstenbatterie
Auszug aus dem Lagebericht vom April 1943

 

Am 14.Oktober 1944 wurde die Batterie am Kap Romanov unter ihrem damaligen Kommandanten Oberleutnant Hanke geräumt, nachdem sich russische Truppen bereits bis in das Batteriegelände vorgekämpft hatten.

Seit Beginn der feindlichen Offensive hatten die Geschütze 5600 Granaten abgefeuert. Die Batterie selbst hatte bis dahin 6250 Artillerie- und 260 Bombentreffer erhalten.

Nach dem Krieg wurden die Geschütze größtenteils verschrottet und die Holzbaracken zu Brennholz verarbeitet. Das Batteriegelände selbst zeigt sich Heute dem Besucher fast unverändert.

 

Feuerleitstand der Batterie Sensenhauser
Feuerleitstand der Marineküstenbatterie am Kap Romanov

 

 

15cm Marine-Geschütz
Gut erhaltenes und restauriertes 15cm Marine-Geschütz in einer Museumsanlage in Norwegen. Solche Geschütze befanden sich auch in der MKB-Sensenhauser.

 

 

Oberleutnant (MA) d.R. Kurt Sensenhauser
geboren am 19.04.1916 in Bremen
Batteriechef der 1. Batterie/ Marineartillerieabteilung 517
gefallen am 18.04.1943 

 

 

Das Modell im Maßstab 1/35 entsteht:  

Bei dem hier von mir vorgestellten Modell, handelt es sich um einen sogenannten „Scratchbau“. Das heißt, dass alle benötigten Bauteile für dieses Modell selbstangefertigt wurden.

Für den Rohbau des Turmes wurde, ebenso wie bei allen meinen Geschütztürmen, zunächst nach Fotovorlagen und einem Plan für deutsche Schiffsausrüstung während des Zweiten Weltkrieges im Maßstab 1/50, einige Grundmaße auf den Maßstab 1/35 umgerechnet und auf Millimeterpapier übertragen. Das Geschützrohr des Modells entstand aus einer alten Radioantenne. 

Mit den Zeichnungen auf dem Millimeterpapier und einem Tonkarton erstellte ich Schablonen, die ich nutzte um die Formen auf Polystyrolplatten in verschiedener Stärke zu übertragen.

 

Modell des 15cm Marine-Geschütz im Rohbau
Die beiden Bilder Oben und Unten zeigen den Rohbau des 15cm Marine-Geschützes. Das Geschützrohr entstand aus einer alten Radioantenne, welche auf die passende Länge und Stärke für den Maßstab 1/35 zugeschnitten wurde.
Modell des 15cm Marine-Geschütz im Rohbau

 

Nach dem Abschluss der Rohbauarbeiten wurde von mir begonnen, Details wie die Verschlußklappen der Richtoptik, usw. in separaten Baugruppen anzufertigen. Hierbei wurden diese immer wieder, mittels Trockenanpassung, auf Ihren späteren Befestigungsort am Turm abgestimmt. Schließlich sollte es nicht beim endgültigen anbringen dieser Bauteile zu unliebsamen Überraschungen kommen.  

 

Bodenplatte der Lafette
Die fertig gebaute Bodenplatte der Lafette des 15cm Marine-Geschützes

 

Alle benötigten Nieten und Schraubenköpfe für meine Modelle entstanden mittels der sehr guten "Punch and Die" Stanzwerkzeuge, welche im guten Modellbaufachhandel erhältlich sind. 

 

Punch and Die Set
Ein sehr nützliches Werkzeug zum selbst herstellen von Nietenköpfen in verschiedenen Größen und Stärken. Das "Punch and Die Set" der Firma Rai-Ro.

 

Ausgestanzte Nieten
Die fertig ausgestanzten Nietenrohlinge.

 

15cm Marine-Geschütz
Das fertige 15cm Marine-Geschütz. Daneben eine Figur im gleichen Maßstab zum Größenvergleich.

 

Nach der Fertigstellung des Turmes begann ich mit dem Bau der Beton-Ringbettung. Diese, sowie auch die Dioramen-Grundplatte, baute ich aus Styrodur- und Depafit-Platten auf. Die Ringbettung entstand nach Original-Fotovorlagen. 

 

Beton-Ringbettung
Der Rohbau der Beton-Ringbettung ist bereits in die Dioramen-Grundplatte eingesetzt.

 

Beton-Ringbettung
Die fertige Geschütz-Bettung.

 

Modell des 15cm Marine-Geschütz im Diorama
Bild Oben und Unten: Das fertige 15cm Marine-Geschütz mit Beton-Ringbettung im fertigen Diorama.
Modell des 15cm Marine-Geschütz im Diorama

 

Nach der Fertigstellung wurde eine Landschaft modelliert und das Modell in dieser eingebettet. Nun wird das ganze noch ein wenig mit Figuren und Ausrüstungsgegenständen belebt. Danach wird alles noch bemalt und mit einigen Alterungsspuren versehen.

 

Die Bilder des fertigen Modelles werden dann hier zu sehen sein!

 

 

 

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